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Perfektionismus, Alla Prima und der Versuch loszulassen

  • Autorenbild: Tanja
    Tanja
  • 12. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept. 2025

Nach ein paar Wochen Malpause habe ich endlich wieder zum Pinsel gegriffen. Ich wollte nicht direkt in ein großes Werk starten, sondern erstmal locker werden – also habe ich mir ein Alla-Prima-Porträt vorgenommen. Alla Prima heißt: eine Sitzung, ein Bild. Ohne mehrere Schichten, einfach direkt drauf, mutig und intuitiv.


Das klingt leichter, als es ist. Ich komme aus einem narzisstischen Elternhaus, Perfektionismus, oder besser ganz lassen war da irgendwie Grundausstattung, aber das ist ein anderes Thema...

Ich habe den Drang beim Malen oder sagen wir ich neige noch dazu, mich zu früh in Feinheiten zu verbeißen.

Haare Strich für Strich, Lippen Millimeter für Millimeter… funktioniert aber nicht. Die Natur lässt sich so nicht malen und unser Auge nimmt die Umgebung auch nicht so wahr, wie wir meinen sie malen zu müssen. Haare wachsen nun mal nicht Strich für Strich. Wenn man es so versucht, wirkt es am Ende schnell künstlich oder übergenau.

Also übe ich regelmäßig mit Alla Prima loszulassen.

Das Bild nicht Pixel für Pixel „abzumalen“, sondern es entstehen zu lassen. Dem Pinsel vertrauen, der Bewegung, den Farben. Es ist eine kleine Gratwanderung: nah an der Realität, aber nicht versklavt davon. Realistische Porträtmalerei lebt für mich von diesem Zwischenspiel – und nicht davon, jede Pore zu kopieren.


Alla-Prima-Bild ist tatsächlich in ein paar Stunden entstanden. Natürlich konnte ich nicht anders und habe am nächsten Tag noch kleine Korrekturen gemacht, weil zum einen die Farben zu sehr abgedunkelt sind. Ein paar Details am Auge, an der Lippe, an den Haaren. Aber im Grunde war es ein Bild aus einer Sitzung – und das fühlt sich gut an.

Für mich war dieses Werk wieder mal ein kleiner Befreiungsschlag. Es muss nicht immer perfekt sein. Manchmal darf es roh sein, spontan, schnell. Und genau das macht den Zauber aus.

Ich habe den Malprozess gefilmt und werde ihn auf meinen Kanälen teilen. Auf Patreon gibt es ein paar extra Einblicke – mehr vom Prozess und ein längerer Videoausschnitt.

Auf Instagram könnt ihr euch ein kurzes Reel anschauen.


Ja und zu guter Letzt -> Mich würde brennend interessieren: Wie geht ihr mit Perfektionismus um – sei es in der Kunst oder im Alltag?

 
 
 

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