The Quiet Bond – und mein erster Kunst Verkauf in die USA
- Tanja

- 8. Okt. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Okt. 2025
Manchmal kann ich selbst kaum glauben, was gerade alles passiert. Wo fange ich am besten an? Am besten mit dem Portrait.

Die Entstehung von The Quiet Bond
Im Juni dieses Jahres habe ich mein Kunstwerk The Quiet Bond fertiggestellt. Während des Malprozesses musste ich plötzlich sehr stark an mein Pferd denken – meinen Blacky.
Er war zwar nicht weiß (wie der Name schon verrät) und sieht dem Portrait eigentlich gar nicht ähnlich, aber etwas an dem Blick, der Ausstrahlung… das erinnerte mich extrem an ihn.
Blacky kam damals aus ziemlich schlechten Händen, in keinem guten Zustand zu mir.
Es dauerte, bis er wieder aufgepäppelt war. Doch je mehr Zeit wir hatten, desto stärker wurde das Vertrauen zwischen uns.
Ein Hannoveraner Wallach, stolze 33 Jahre alt geworden – 16 davon bei mir. Ich habe ihm somit ein zweites Leben geschenkt.
Auch wenn es schon eine Weile her ist: ich denke so gerne an ihn zurück. Und genau dieses Gefühl brachte mir den Titel: The Quiet Bond.

Zweifel und erste Schritte
Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher, ob sich das Bild überhaupt verkaufen lässt. Die Perspektive, die selektive Schärfe – keine Ahnung, ob das ankommt. Aber genau damit wollte ich spielen.
Und dann noch die Größe… ich glaube, ich sollte größere Formate wagen. Nur habe ich hier einfach keinen Platz. Ich brauche dringend ein Atelier, wo ich mich richtig austoben kann.
Aber...
Der Verkauf war mir nicht das Wichtigste. Ich mochte das Bild, und es hätte auch einfach eine ganze Weile hier bleiben können. Doch dann kam alles anders.
Ich stellte es bei Singulart ein. Erst passierte nichts. Dann hieß es, die Fotoqualität sei nicht gut. Ich musste lachen: Das war selektive Schärfe, Singulart! Ich hab’s ignoriert.
Ein Schlenker in meinen Alltag
Kleiner Exkurs – wer mich kennt, weiß: Ich fühle mich in meiner aktuellen Wohnung ungefähr so wohl wie ein Pinsel im Betonmischer. Das liegt nicht nur an meinen – sorry, aber superätzenden – Nachbarn, sondern auch daran, dass ich hier einfach nicht richtig angekommen bin.
Seit ich aus Lüneburg zurück bin, fühlt es sich an, als wäre ich am falschen Ort gelandet – menschlich wie künstlerisch. Und ehrlich: Diese Wohnsituation ist ungefähr so inspirierend wie ein leerer Farbtopf. Ich sollte wirklich endlich handeln.
Ich schwöre: So werde ich nie wieder wohnen. Noch nie hat sich ein Zuhause so sehr nach „falsches Setting“ angefühlt.
Bin ich jetzt vom Thema abgekommen? Natürlich nicht! Hahaha. Denn irgendwo gehört das ja alles zusammen – Kunst, Leben, ja und jeder hat wohl auf seine Weise hier und da auch Chaos.
Und falls du das hier liest, plötzlich Mitleid bekommst und zuuufällig nicht weißt, wohin mit deinem ganzen Schotter … dann lass doch eine kleine Spende für eine jammernde Künstlerin da, die sich sooooooooooooo sehr ein Atelier wünscht.
(aber wirklich nur, wenn du zu viel Geld, Humor und gute Laune hast 😂)
Astrokartografie und mein "Bond" zu den USA
Vor ein paar Wochen stieß ich zufällig auf ein YouTube-Video über Astrokartografie.
Hatte ich zuvor noch nie gehört, fand es aber spannend. Also habe ich mir meine Karte erstellen lassen.
Das Ergebnis: Keine einzige Linie führt durch Europa. Durch ganz Europa nicht!
Aber an der Westküste der USA – da habe ich laut Karte die besten Chancen, besonders auch für meine Kunst.
Und plötzlich ergab alles Sinn. Denn eigentlich zieht es mich seit meiner Kindheit dorthin.
Als Kind habe ich meinem Vater mal trotzig gesagt: „Dann gehe ich eben nach Amerika!“
Er lachte, aber ich meinte es todernst damals.

Später, als ich mit meinem damaligen Partner mal in der Karibik war, war ich den USA wohl bisher am nächsten. Wir fuhren einmal in einem Taxi – einem klapprigen Caprice Classic. Der V8 schnurrte, und ich liebte es.
Ein paar Jahre später kam dann mein Blacky, einmal musste ich ihn nach Hannover in die Klinik bringen, wegen einer schlimmen Kolik. Die Klinikrechnung zwang mich damals, einen Zweitjob anzunehmen – und so landete ich durch eine Freundin bei einer Kfz-Aufbereitung.
Daneben: ein US-Car-Händler.
Plötzlich stand ich mitten unter Autos, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Und ich wusste sofort: Da muss ich arbeiten. Keine Ahnung warum, ich musste einfach.
Und ich tat es.
Später, in Lüneburg, arbeitete ich in einem noch größeren Laden, der Pick-Ups, Hummer und auch Oldtimer verkaufte und reparierte.
Rückblickend: Das war die einzige Arbeit, die ich aushielt, bevor ich wusste, dass ich Künstlerin bin und besonders auch sein darf.
Vielleicht, weil die Autos und die Leute mich den USA etwas näher brachten (?)...

Und jetzt: The Quiet Bond Kunst auf Reisen
Jahrelang war das Thema weg. Aber jetzt – plötzlich – passt alles zusammen. Dieses stille Band, das ich schon immer gespürt habe, bekam einen neuen Ausdruck: The Quiet Bond.
Und ratet mal, wohin mein Kunstwerk gerade reist? 👉 Nach New Jersey! Ich kann gar nicht beschreiben, wie verrückt sich das anfühlt. Besonders nach meiner Begegnung mit der Astrokartografie. Jetzt ergibt alles Sinn – warum es mich nie „nur ein Dorf weiter“ zieht, und ich nicht wusste wohin...
Rückblickend ergibt sogar das Sinn, dass ich stundenlang die Videos von Aramis Merlin (Schauspieler, lebt in den USA, ursprünglich aus Hamburg) schaue. Noch vor ein paar Monaten wusste ich nicht, warum mich das so fesselt. Jetzt weiß ich’s. Und danke Aramis!! Deine Video's sind Klasse!!! -> Aramis Merlin - YouTube
Ein stilles Band – doppelt geknüpft
Und das Irre daran: Der Titel The Quiet Bond bekam erst im Nachhinein seine volle Bedeutung. Als ich das Bild malte, dachte ich an Blacky – meinen treuen Begleiter, mein Seelenpferd und das stille Band welches uns für immer verbindet.
Doch jetzt .. erst als es verkauft war, als ich die Verbindung zu den USA wieder spürte und erfuhr, wohin das Werk gehen würde, wurde mir klar, was für ein Kreis sich da schließt.
Ein stilles Band – doppelt geknüpft. Einmal durch Blacky, der mir die Sprache der Pferde beigebracht hat. Und jetzt durch meine Kunst, die ein Band in die USA schlägt.
Ich bin endlos dankbar und immer noch ein bisschen sprachlos. Vielleicht erzähle ich die Geschichte bald in einem YouTube-Video – wenn ich noch genug Aufnahmen vom Malprozess finde.
Und wer weiß? Vielleicht reise ich ja eines Tages hinterher. ✨
✨ Ende.
Nachtrag: Feedback aus den USA
Inzwischen ist The Quiet Bond angekommen – und ich bin immer noch ganz überwältigt.
Die Nachricht der Sammlerin hat mich tief berührt:
„I could not wait to open my new purchase and I was not disappointed. It is actually more beautiful in person than online. The depth and detail of the painting is heart swelling. Each time I look at it I find new detail. At first glance it almost looks like a photograph but as you continue to gaze at it you see the hand of the artist.“
Zu wissen, dass all die Stunden, Gedanken und Gefühle, die ich in das Bild gelegt habe, gesehen und wertgeschätzt werden – das ist einfach unbeschreiblich.
Jedes Detail, das ich beim Malen erlebte, und jede Erinnerung an meinen geliebten Blacky scheinen nun auch auf der anderen Seite des Ozeans wahrgenommen zu werden.
Ich könnte nicht dankbarer sein für diese Rückmeldung und für das Vertrauen, das mir geschenkt wurde. Und ja – ich arbeite gerade daran, ein kleines YouTube-Video zu The Quiet Bond zu machen, um euch Einblicke in den Malprozess zu zeigen und vielleicht ein wenig von diesem stillen Band zu vermitteln, das nun zwei Kontinente, ein Pferd, eine Künstlerin und eine Kunstsammlerin verbindet.




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