"On the Verge of Yes" – Mein neuestes Portrait zwischen Entscheidung, Kunst und innerer Reise...
- Tanja

- 26. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Die Lektion mit Instagram – Warum ich meine Energie neu ausgerichtet habe

In den letzten Monaten habe ich viel mit Instagram experimentiert. Ich wollte wirklich verstehen, wie die Plattform mit Künstlern umgeht, die sich nicht für jeden Algorithmus verbiegen möchten – nicht ständig Reels posten, keine Trends mitmachen, nicht anderen folgen, nur um gesehen zu werden. Also hatte ich zusätzlich einen Test-Account eingerichtet, um das System zu beobachten.
Was ich festgestellt habe: Die Reichweite ist stark gedrosselt, fast alles wird eingeschränkt, wenn man sich nicht verbiegt. Kommentare hinterlassen, Trends mitmachen, sich zum Clown machen – alles, was man nicht wirklich tun will, scheint notwendig zu sein, um überhaupt sichtbar zu bleiben.
Wenn man das nicht mitspielt, wird es fast unmöglich.
Diese Erkenntnis war befreiend: Warum Energie auf etwas verschwenden, das nur frustriert? Ich habe im Juni bei TikTok einen Account erstellt um ebenfalls einen direkten Vergleich zu Instagram zu haben. Dort folge ich kaum jemandem, gucke mir nichts an, like nicht, kommentiere nicht. Zu meinem Erstaunen liefen meine Videos anfangs ähnlich wie bei Instagram (mit 1100 Followern und Interaktionen) und mit jedem Video folgten mir ein zwei mehr, bis ich kürzlich beschlossen habe, mich auf genau die Plattformen zu konzentrieren, wo organischer Wachstum noch möglich ist. Und kaum hatte ich diese Entscheidung getroffen, passierte etwas Erstaunliches:
Ein Video, das ich für TikTok gemacht hatte, wurde mein bisher erfolgreichstes – über 18.000 Aufrufe, so viele Kommentare und seitdem täglich wachsend.
Es war, als hätte das Universum mir bestätigt: Dieser Schritt war richtig.
(Denn, ist es nicht das was wir Künstler eigentlich möchten? Wir möchten unsere Kunst zeigen.)
So teile ich auf Instagram nur noch meine fertigen Werke, pflege meine Galerie und teile meine Malprozesse zukünftig bei YouTube und TikTok.
Natürlich nehme ich mir auch zwischendurch mal die Zeit und besuche meine Lieblingsaccounts auf Instagram, denn ich ärgere mich ja nur über Meta und wie sie mit ihren Usern umgehen. Mit welcher Willkür dort gegen die Interessen der Nutzer vorgegangen wird.. Es ist ein kaltes System, das ausschließlich eigenen Interessen folgt und kaum noch etwas mit echten Menschen zu tun hat.
On the Verge of Yes - Mein neuestes Portrait in Schwarz-Weiß
Nun aber zurück zum Eigentlichen hahaha... Mein Portrait!!! Was gibt es dazu zu sagen.. Ich fange mal damit an, warum ich mich für diese Vorlage entschieden habe, die ich vor einer Weile bei Unsplash entdeckt hatte. Ursprünglich wollte ich es mit Kohle zeichnen, aber entschied mich dann doch für ein Öl Gemälde.

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Das Portrait ist in Schwarz-Weiß gehalten, ich wollte mich ganz bewusst auf die Tonwerte einlassen – zarte Übergänge zwischen Licht und Schatten, punktuell harte Kontraste im Bereich der Augen.

Ursprünglich wollte ich das Bild noch weiter ausarbeiten, auch hier die Sprenkeltechnik einsetzen, um Poren zu erschaffen.
Doch beim Malen stellte ich fest: Es ist gar nicht nötig. Schon jetzt wirkt das Portrait intensiv und stark, ohne zusätzliche Details. Ein Bild entfaltet ja seine Wirkung, wenn man davorsteht – aus einer gewissen Distanz, nicht direkt davor.
Hm.. oder sollte ich doch noch? Verstärkt es meine künstlerische Handschrift? Haha... während ich diesen Blog Artikel schreibe, denke ich darüber nach.. mal sehen, falls es mich überkommt, dann ergänze ich den Artikel natürlich ;-)
Die innere Dimension meines neuesten Portraits – Innenschau, Entscheidung und Hingabe
Die Frau auf dem Bild trägt möglicherweise ein Hochzeitskleid – der Schritt, den sie gehen wird, bleibt für den Betrachter jedoch offen.
Sie hat die Augen geschlossen, hält den Stoff leicht unter dem Kinn, fast so, als würde sie sich an einem Moment oder Gefühl festhalten.
Für mich spiegelt dieses Portrait wieder einmal (völlig ungeplant) einen Abschnitt meiner eigenen Reise – ein Schritt in eine neue Phase meines Lebens, voller Unsicherheit, aber auch Hingabe. Es ist ein Versprechen an mich selbst und meine Kunst.
Die Bezeichnung „On the Verge of Yes“ fängt diesen Moment ein: kurz vor einer bedeutsamen Entscheidung, in einem inneren Innehalten, bevor etwas Großes Neues beginnt.
Verbindung von Leben und Kunst – Wenn persönliche Veränderung sichtbar wird
Mein neuestes Portrait zeigt, wie eng Kunst und persönliche Erfahrung miteinander verknüpft sind. Während ich an diesem Bild gearbeitet habe, wurde mir bewusst, dass Veränderung und neue Wege unvermeidlich sind. Das Bild ist Ausdruck meiner inneren Welt und gleichzeitig Einladung an den Betrachter, seine eigene Interpretation zu finden.
Es ist eine Momentaufnahme von Unsicherheit, Erwartung und Introspektion, erzählt in Schwarz-Weiß – klar, subtil und intensiv zugleich.
Fazit
„On the Verge of Yes“ ist für mich wie ein Spiegel meiner eigenen inneren Reise geworden. Die Entscheidung, gewisse Details wegzulassen, steht symbolisch für das Loslassen, Innehalten und Vertrauen in den Moment.
Es lädt dazu ein, eigene Gedanken und Gefühle zu reflektieren, bevor man einen großen Schritt wagt – genau wie die junge Frau in meinem neuesten Werk, die nur einen Atemzug entfernt ist von ihrem „Ja“.
Und das alles in der stillen Jahreszeit... wie passend oder?

Einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Bis dahin..
Tanja




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